5 Gründe, weshalb das Telefon unsere Zukunft  ist

5 Gründe, weshalb das Telefon unsere Zukunft ist

Totgesagte leben länger, sagt man. Doch dass das Telefon unsere Zukunft sein soll, klingt dann doch etwas abwegig. Und dennoch behaupte ich, dass genau das der Fall ist.

Mein Unternehmen schaut inzwischen auf eine bald 100-jährige Vergangenheit zurück. In dieser Zeit sind uns viele Kommunikationsmittel begegnet: Brief, Telefon, Telex, Fax, BTX, E-Mail, unzählige Messenger ... Das Telefon ist dabei einer unserer treuesten und nach wie vor wichtigsten Begleiter. Neben dem reinen Wort überträgt es auch die Stimmung unseres Gesprächspartners. Das hilft uns, auf ihn einzugehen und Mißverständnisse zu vermeiden. So bequem eine E-Mail ist - manchmal spart ein kurzes Telefongespräch Zeit und Geld.

Soweit so althergebracht.

Doch worin liegt nun die Zukunft?

Lasst mich dazu eine kleine Geschichte erzählen: Dieses Jahr ist für mich ein ganz besonderes Jahr, denn ich werde heiraten. Und wie das so ist, macht man sich natürlich auch Gedanken darüber, ob im Anschluss an die Hochzeit vielleicht irgendwann Nachwuchs kommt. Jetzt kann so ein kleiner Racker sehr viel Arbeit machen. Und entgegen dem traditionellen Gesellschaftsbild, wonach sich die liebe Ehefrau praktisch alleine um Haus und Familie kümmern darf, werden wir uns diese Aufgabe (wie viele andere moderne Paare) teilen.

Als Unternehmer kann ich mir meine Arbeit zeitlich und räumlich einigermaßen flexibel einrichten; bei meiner Verlobten wird das voraussichtlich ähnlich sein. Ende der Geschichte, alles gut? Weit gefehlt.

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"Wer gute und motivierte Mitarbeiter möchte, muss Anreize schaffen. Flexibilität und Zeit mit der Familie werden dabei mehr wert sein als Gold."

Dieses Privileg der Flexibilität haben aktuell nur wenige. Aufgabe von uns Unternehmern muss es jedoch sein, dafür zu sorgen, dass zukünftig immer mehr die Möglichkeit haben, von zu Hause aus zu arbeiten. Neben der moralischen Verpflichtung gibt es dabei auch eine ganze Reihe anderer guter Gründe, sich hierfür einzusetzen:

  • Fachkräftemangel: Wer gute und motivierte Mitarbeiter möchte, muss Anreize schaffen. Flexibilität und Zeit mit der Familie werden dabei mehr wert sein als Gold.
  • Umweltschutz: In Stuttgart haben wir die ewige (und unsägliche) Diskussion bzgl. dem Feinstaubalarm. Remote Work bietet die Chance, unzählige Autofahrten schlicht unnötig zu machen. Die Frage sollte daher nicht lauten: Diesel oder Benziner? Auto oder S-Bahn? Die Frage muss lauten: Fahren oder nicht fahren?
  • Stärkung ländlicher Gegenden: Ländliche Gegenden haben es aktuell schwer. Remote Work bietet die Chance, Fachkräfte überall zu finden und überall einzusetzen. Für die Mitarbeiter hat das viele Vorteile: Nah bei der Familie, mitten in der Natur und trotzdem ein guter und auch gut bezahlter Job. Schließlich will nicht jeder in der Stadt leben. Was es dazu braucht? Breitband und flexible Köpfe.
  • Näher am Kunden: Remote Work macht einen unabhängig vom Firmen-Standort. Für den Kunden kommt es nicht darauf an, wo Deine Firma sitzt. Es kommt darauf an, wo der Kundenbetreuer sitzt.

Und das Telefon?

Das Telefon hilft uns, genau diese Ziele zu erreichen. Ein Schritt in Richtung Digitalisierung war für uns dieses Jahr daher die Einführung einer neuen, IP-basierten und virtualisierten Telefonanlage. Damit wollen wir uns für die Zukunft aufstellen: Nachdem der Remote-Zugriff via Notebook oder Tablet bereits möglich ist, haben wir mit der neuen Telefonanlage jetzt die letzte technische Hürde genommen, damit unsere Mitarbeiter zukünftig von überall aus arbeiten können. Zumindest diejenigen, die am Schreibtisch arbeiten.

Wie das funktioniert? Unsere Telefonanlage interessiert sich nicht dafür, wo ein Telefon steht - es kommuniziert auf der gleichen technischen Basis wie das Internet: dem IP-Protokoll. Und damit ist Telefonieren praktisch überall möglich, wo es auch Internet gibt. Ist alles richtig konfiguriert, kann ich mir zuhause ein Tischtelefon hinstellen, das klingelt, wenn ein Kunde in der Firmenzentrale anruft. Er wird nicht mitbekommen, dass ich eigentlich an meinem Esstisch sitze und nebenher ein Auge auf den Nachwuchs werfe (zumindest, solange dieser sich ruhig verhält). Und wenn ich unterwegs bin, klingelt einfach mein Smartphone. Oder mein Laptop. Oder das Tablet. Oder auch gar nichts. Einfach so, wie ich das in diesem Moment möchte.

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Und auch wenn ich jemanden von unterwegs anrufe, wird derjenige immer nur meine Firmen-Nummer sehen. Vorbei sind die Zeiten, in denen ich versehentlich meine Handy-Nummer herausgebe, weil ich die Rufnummer nicht unterdrückt habe. Vorbei die Zeiten, in denen dann im Urlaub geschäftliche Anrufe auf dem Handy eingehen.

Dafür kann ich dann zukünftig von überall aus arbeiten. Und damit meine ich nicht nur Anrufe bei Kunden oder Lieferanten: Auch Besprechungen werden Dank Videotelefonie in einer Art und Weise möglich, an die früher nicht zu denken war.

Das gibt es aber doch schon lange!

Stimmt. Die Technik ist nicht neu. Und sie wird auch schon in vielen Unternehmen eingesetzt. Mein Eindruck ist jedoch, dass die wenigsten ihr wahres Potential erkannt haben. State-of-the-Art-Telefonanlagen machen Remote Work erst praktikabel. Und Remote Work bringt uns Mitarbeiterzufriedenheit, einen Anreiz für Fachkräfte (gerade für KMUs), kann die ländlichen Gegenden stärken und womöglich zu einer Entlastung der Innenstädte beitragen. Das ist dann doch erheblich.

Die technische Grundlage ist jedoch leider nur ein kleiner erster Schritt. Und so wird auch bei uns vorerst kein Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten können. Denn die wahre Herausforderung liegt in der Anpassung der Prozesse und - noch viel wichtiger - der eigenen Einstellung:

  • Habe ich das Vertrauen in meine Mitarbeiter, dass sie auch von zu Hause aus die volle Arbeitsleistung bringen?
  • Wie kann ich messen, ob ein Mitarbeiter eine gute Leistung bringt? Wie ihn motivieren, wenn ich ihm nicht im Büro begegne? (Vermutlich müssen wir weg von der 8-to-5-Denkweise und hin zu Ergebnis-orientierter bzw. Ziele-orientierter Führung.)
  • Wie schaffe ich es, Mitarbeiter ins Team zu integrieren, die nicht vor Ort sind?
  • Was ist ein gutes und funktionierendes Arbeitsplatz-zu-Home-Office-Verhältnis?
  • Wie müssen die Prozesse angepasst werden, damit diese über Gebäudegrenzen hinweg funktionieren? Welche Prozesse sind aktuell noch "analog" und müssen womöglich digitalisiert werden?

Jetzt gilt es, schnellstmöglich Antworten und Lösungen auf diese Fragen zu finden, so dass meine Mitarbeiter zukünftig tatsächlich - zumindest in Teilzeit - von zu Hause aus arbeiten können.

Und da kommt ihr ins Spiel: Mich interessieren Eure Erfahrungen, Meinungen und Gedanken zu diesem spannenden Thema. Schreibt mir auf Eurem Lieblingskanal oder hinterlasst einfach einen Kommentar - ich freue mich auf Eure Denkanstöße!


Übrigens: Wer selbst darüber nachdenkt, auf eine VoIP-Telefonanlage umzustellen, sollte sich ausführlich Gedanken über die eigenen Anforderungen machen. Wir haben im Januar eine Anlage eingeführt und mussten feststellen, dass nicht jede Admin-Oberfläche die glänzt, auch tatsächlich ein goldenes Digitalzeitalter bringt. Einen Monat später haben wir daher - nachdem wir ausführlicher testen konnten - gleich nochmal umgestellt. Wir sind ja schließlich lernfähig. Diesmal sind wir bei Pascom (https://www.pascom.net/) gelandet und sehr zufrieden! Interessieren Euch meine Erfahrungen diesbezüglich? Dann schreibt mir! Vielleicht gibt es ja dann demnächst einen Artikel dazu.


Bildnachweis:
https://www.pexels.com/de/foto/alt-antik-antiquitat-ausrustung-209660/
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https://www.pexels.com/de/foto/arbeit-arbeiten-bart-brainstorming-541522/

Christian Geiger

Als Digital Native lebe ich in einer Welt, als Unternehmer in der 4. Generation in einer ganz anderen. Doch es gibt nur eine Zukunft. Meine Aufgabe: Der Brückenschlag.